Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Währungsreform – die Ursache der Finanzkrise?

Die europäische Schuldenkrise beherrscht seit einigen Jahren den Euroraum. Viele Menschen suchen nach den Gründen für die aktuelle Krise. Die meisten Verbraucher sind der Meinung, dass die Währungsreform im Jahr 2002 der Grund für die aktuelle Situation ist. Diese Meinung ist jedoch in der Regel sehr subjektiv, da die Verbraucher vor allem in Deutschland viele negative Erfahrungen mit dem Euro verbinden. Dennoch lohnt es sich, zu analysieren, ob der Euro wirklich der Grund für die heutige Krise ist. Wer sich die Gründe für die Einführung und die anschließende Entwicklung anschaut, wird schnell feststellen, welche Ursachen zur Finanzkrise geführt haben.

Die Gründe für die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung

Die europäischen Staaten arbeiten schon seit dem zweiten Weltkrieg eng zusammen. Die EU hat sich in diesen Jahren stets weiterentwickelt und wollte diese Entwicklung seinerzeit auch in einer gemeinsamen Währung fortführen. Die Gründe für die Währungsreform waren daher auf der einen Seite, den gemeinschaftlichen Gedanken weiterzuführen. Auf der anderen Seite haben sich die einzelnen Mitgliedsstaaten von der Einführung viele Vorteile versprochen. Einer der größten Vorteile der Währungsreform sollte sein, dass die Menschen in Europa von einer gemeinsamen Währung und somit von stabileren Preisen profitieren. Die Märkte der einzelnen Länder sollten enger miteinander verknüpft werden. Dadurch sollten Wechselkosten gesenkt und Synergie-Effekte erzielt werden. Außerdem wollte die EU ihre Stellung in der Weltwirtschaft verbessern. Mit der Einführung der gemeinsamen Währung sollte außerdem das Wirtschaftswachstum in der EU gefördert werden. Doch wie hat sich der Euro nun entwickelt? Wurde der Euro wirklich eine stabile Währung und wie kam es schließlich zur aktuellen Finanzkrise?

Die Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung

Nach der Währungsreform durchlief der Euro eine Berg- und Talfahrt. Insbesondere am Anfang war der Euro schwach und konnte sich kaum bewähren. Allerdings setzte er sich in den Folgejahren als ‚harte Währung‘ durch und konnte das Vertrauen der Verbraucher gewinnen. Dennoch waren viele Menschen skeptisch, da sich die Preise mit der Währungsreform scheinbar deutlich erhöht hatten. Die Einführung der Gemeinschaftswährung hat den Menschen im Euroraum jedoch die vorgenannten Vorteile gebracht. Die Gründe für die heutige Finanzkrise können nämlich nicht primär auf die Einführung der neuen Währung zurückgeführt werden. Vielmehr fiel ein globales Ereignis mit seinen Folgen genau in den Zeitraum der Währungsreform.

Wie kam es zur aktuellen Finanzkrise?

Viele Menschen sind sich sicher, dass die Währungsreform zumindest mit schuld an der heutigen Finanzkrise ist. Wer die Ereignisse der letzten Jahre jedoch genauer betrachtet, wird feststellen, dass die Finanzkrise nur teilweise auf den Euro zurückgeführt werden kann. Unter anderem ist die Finanzkrise das Resultat der Anschläge vom 11. September 2001. Die Folge der Anschläge war, dass die Notenbank in Amerika die Wirtschaft mit Liquidität flutete. Die Zinsen in Amerika wurden niedrig gehalten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Immer mehr Menschen finanzierten günstig Immobilien und konnten das geliehene Geld nicht mehr zurückzahlen. Banken mussten schließlich hohe Abschreibungen vornehmen und wurden teilweise insolvent. An dieser Stelle wäre das komplette Bankensystem fast zusammengebrochen (mehr dazu hier). Das Vertrauen der Verbraucher in die Banken war schließlich nicht mehr da, sodass die Banken von den verschiedenen Staaten unterstützt werden mussten. Die Globalisierung hat dafür gesorgt, dass das Finanzsystem enger vernetzt ist, so dass sich die Probleme in Amerika sofort auch auf europäische Banken auswirkten. Auch Banken in Europa bekamen durch die Krise in Amerika Probleme und mussten von den einzelnen Staaten mit Geld versorgt werden, um zu ‚überleben‘. Abschließend ging auch das Vertrauen in die Staaten verloren. In Griechenland und Zypern wäre das komplette Bankensystem fast zusammengebrochen. Die enge Zusammenarbeit der einzelnen Mitglieder des Euroraums hat dafür gesorgt, dass die gefährdeten Länder Hilfe bekamen. Würde ein Land pleitegehen, so hätte das unvorstellbare Folgen für die anderen Länder im Euroraum. Aus diesem Grund sind die Länder untereinander auf Hilfe angewiesen. Wird die Entwicklung der Finanzkrise betrachtet, so kann also festgestellt werden, dass nicht die Währungsreform zur Finanzkrise geführt hat. Der Ursprung kann stattdessen in Amerika gefunden werden. Dennoch muss gesagt werden, dass die Vernetzung der europäischen Staaten mit der Währungsreform jetzt dazu führt, dass zwischen den Ländern eine sehr hohe Abhängigkeit besteht. Ohne den Euro würde sich die EU vermutlich nicht in der flächendeckenden Krise befinden.

Welche Zukunftsszenarien sind möglich?
Viele Menschen haben in der heutigen Zeit Angst um ihr Geld. Die Folgen der Finanzkrise können schwer prognostiziert werden. Ein mögliches Szenario ist, dass einzelne Länder aus der Währungsgemeinschaft austreten müssen. Ein weiteres Szenario ist, dass eine weltweite Wirtschaftkrise das Geld auf der ganzen Welt entwertet. Es ist jedoch auch möglich, dass die Länder die Krise in den Griff bekommen. Grundsätzlich kann daher zum jetzigen Zeitpunkt nicht prognostiziert werden, welche Folgen die Krise haben wird.

Hintergründe zur Finanzkrise

Wie kam es zu unserer aktuellen Finanzkrise? Wie funktioniert Geld und welche Auswirkungen haben Zinsen? Können wir aus der Geschichte lernen? Auf den folgenden Seiten werden die Hintergründe der Finanzkrise und die ihr zugrunde liegenden Mechanismen aufgeschlüsselt und näher beleuchtet: