Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Ackerland und die Problematik der Energienutzpflanzen

Schon seit Jahrhunderten, seit die ersten umherstreifenden Nomaden begannen Ackerbau und Viehzucht zu kultivieren, hat die Landwirtschaft eine hervorragende Stellung in allen Kulturgemeinschaften dieser Welt.

Umweltproblematik durch Nutzpflanzen für Energiegewinnung

Maisfeld

Energienutzpflanze Mais – © Andreas Resch – Fotolia.com

Ein in unseren Tagen immer wichtiger werdendes Thema ist in diesem Zusammenhang die Umweltproblematik. Viele Landwirte setzen heutzutage bei der Nutzung ihrer Ackerflächen auf den Anbau von zur alternativen Energiegewinnung nutzbaren Brauchpflanzen, wie (im Übrigen zunehmend genmanipulierten) Ölpflanzen, Mais, Raps oder Zuckerrüben. Deutschland kann mit einer Agrarfläche von über 50 Prozent als Agrarland bezeichnet werden. Ein Großteil der Ackerflächen wird nach wie vor für die Aussaat von Körnerfrüchten wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer benutzt.

Doch die Orientierung in Richtung der relativ unproblematisch anzubauenden Energiepflanzen ist offensichtlich. Dieser Trend hält sich in Deutschland – auch aufgrund traditioneller Strukturen – noch in zwar stetig wachsenden aber überschaubaren Grenzen, droht er anderswo auf der Welt ganze Landstriche im wahrsten Sinne des Wortes zu verwüsten.

Einseitig genutzte Ackerflächen schaden Ackerland

vertrocknete Ackerpflanze

Vertrocknete Ackerpflanze – © JWS – Fotolia.com

Eine einigermaßen ausgewogene Verteilung von Energienutzpflanzen und Ackerbau zur Nahrungsmittelproduktion, wie sie in Deutschland vorherrscht, fehlt in vielen Ländern. Das fängt bereits bei unseren europäischen Nachbarn, zum Beispiel Griechenland, Spanien und Portugal an. Hier haben jahrzehntelanger Anbau von Pflanzen, die den Boden stark auslaugen, mangelnder Fruchtwechsel, bedenkenlose Ausnutzung der Grundwasserressourcen dazu geführt, dass Erosion, vor allem auch durch Wind, die ehemals fruchtbaren Ebenen versteppten und die fruchtbare Ackerkrume verschwand. Denselben Effekt, allerdings in potenzierter Form finden wir in Ländern wie Kuba und Haiti, ebenso in den meisten afrikanischen Regionen, in Asien und Südamerika wo sich dieser Effekt zeigt.

Wüstengebiete statt fruchtbares Ackerland

Gerade in der heutigen Situation der Energiekrise, die mit dem Auslaufen des Zeitalters der fossilen Brennstoffe zusammenhängt, wird der Anbau von Energienutzpflanzen vorangetrieben ohne die Konsequenzen für das Ackerland zu bedenken. Der Anbau von Nutzpflanzen zur Gewinnung von Biokraftstoffen stellt für den Boden eine ungewöhnliche Belastung dar. Der Wasserverbrauch dieser Pflanzen steht in keiner Relation zum letztendlichen Nutzen. Dennoch sind die kurzfristigen, finanziellen Gewinne groß. Wie bei vielen Problemen auf dieser Erde steht hier die temporäre Gewinnschöpfung im Vordergrund. Die Interessen der Bevölkerung, die Notwendigkeiten der Natur werden hingegen gnadenlos ignoriert. Das führt zu ständig wachsenden Wüstengebieten, zu Wasserknappheit und langfristig zum Zusammenbruch jeder agrarwirtschaftlichen Tätigkeit. Die Folgen sind Armut, Hungersnöte und wirtschaftliche Abhängigkeit.

Es wird Zeit für ein Umdenken, denn die Zerstörung von immer größer werdenden Agrarkulturflächen auf dieser Erde darf nicht der Preis für unsere Mobilität sein.