Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Anleihen, Versicherungen und Lebensversicherung in der Krise

In Zeiten der seit 2008 anhaltenden Finanzkrise fragen sich die Sparer zu Recht, ob bestehende Geldanlagen noch sicher sind und wo man heutzutage überhaupt noch guten Gewissens Geld anlegen kann. Nachfolgend wollen wir diese Fragen anhand von Anleihen, Kapitalversicherungen im Allgemeinen und der altbekannten Lebensversicherung im Speziellen einmal genauer betrachten.

Anleihen, festverzinsliche Wertpapiere als Geldanlage?

Eine Anleihe ist im Prinzip nichts anderes als ein Schuldschein. Sie als Sparer leihen dem Emittenten der Anleihe ihr Geld, der Emittent sagt die Zahlungen eines regelmäßigen Zinses und die Rückzahlung ihres Anlagebetrags zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu.

Das Risiko einer Anleihe besteht also in der Beurteilung der zukünftigen Zahlungsfähigkeit des Emittenten. Im Fall einer deutschen Staatsanleihe lautet die Frage also: „Kann der deutsche Staat den von mir gewährten Kredit in Zukunft an mich zurückzahlen und zusätzlich die mir versprochenen Zinsen stemmen?“

Anleihen werden jedoch nicht nur von Staaten, sondern auch von Unternehmen herausgegeben. Die Rendite von Anleihen richtet sich gewissermaßen nach dem Risiko. So erwirtschaftet man mit Anleihen des deutschen Staates derzeit so gut wie keine Renditen mehr, im Bereich von gefährdeteren Staaten oder im Bereich von Unternehmensanleihen sind grundsätzlich eher Renditen zu erzielen.

Interessant sind in Krisenzeiten die Anleihen der Schwellenländer, deren Volkswirtschaften oft auf reichhaltigen Rohstoffvorkommen basieren. Für den Privatanleger ist die Auswahl solcher Anleihen jedoch nicht immer einfach. Eine Alternative stellen Rentenfonds und natürlich auch eine Versicherung da.

Kapitalversicherungen zur Vorsorge und Geldanlage

Versicherungen bieten Produkte zur Vorsorge und zur Geldanlage. Zum Beispiel die klassische, kapitalbildende Lebensversicherung. Versicherungen investieren das Geld der Anleger in Anleihen, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, Aktien und einige andere Anlageklassen. Im Prinzip erwirbt der Sparer also ein Art Fonds mit ganz unterschiedlichen Formen der Geldanlage.

Der Vorteil einer klassischen Lebensversicherung ist dabei die Garantie, sprich eine Sicherung, auf die eingezahlten Beiträge im Rahmen der Garantieverzinsung von derzeit 1,75 % nach Kosten. Grundsätzlich gelten Versicherungen als vergleichsweise sichere Form der Geldanlage. Mit einer durchschnittlichen Rendite von 3-3,5 % rentieren Versicherungen auch in 2013 durchaus noch attraktiv.

Sollte eine Versicherungsgesellschaft in finanzielle Notlage geraten, springt die Sicherung Protektor ein. Diese Sicherung ist jedoch durchaus kritisch zu betrachten. So ermöglicht der § 89 (VAG) Versicherungsaufsichtsgesetz die Herabsetzung und sogar die Verweigerung von Zahlungen an die Versicherungsnehmer, sollte die Versicherungsgesellschaft nicht mehr in der Lage sein, finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Eine absolute Sicherheit, so wie oft gedacht, ist also auch bei Lebens- und Rentenversicherungen nicht gegeben. Es ist daher wichtig, dass die Sparer bei der Wahl einer Versicherungsgesellschaft auf die wirtschaftliche Lage, sprich die Ertragsstärke der Versicherungsgesellschaften achten.

Eine Kündigung bereits bestehender Kapitallebensversicherungen lohnt im Regelfall jedoch nicht. Abschluss- und Vertriebskosten gehen verloren, der Rückkaufswert fällt nicht selten deutlich geringer aus, als die Sparer sich das erhoffen.

Eine Alternative kann der Verkauf von Lebensversicherungen sein. Dafür muss allerdings zunächst ein entsprechender Vertragswert und eine relativ kurze Restlaufzeit von maximal 10 Jahren gegeben sein.

Das Einkommen absichern

Oft konzentrieren sich die Verbraucher zu stark auf den Vermögensaufbau, das Sparen im Allgemeinen und die Altersvorsorge im Speziellen. Dabei ist gerade in Krisenzeiten eine effiziente Vorsorge ratsam!

So sollte das Einkommen grundsätzlich durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und Angehörige durch eine Risikolebensversicherung abgesichert werden. Diese Risiken sind allein durch Sparanstrengungen mit Anleihen, Tagesgeld oder Sparbuch in Normalfall nicht zu stemmen. Die Kombination aus Todesfallschutz und Sparleistungen ist aber beispielsweise mit der klassischen Lebensversicherung durchaus möglich.

Vorsorge in der Krise

Die weltweite Finanz- und Schuldenkrise beschäftigt uns nun schon seit Jahren, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Ein europäisches Land nach dem anderen scheint mit gravierenden Schwierigkeiten zu kämpfen, tausende Menschen sind zum Teil existentiell betroffen. In Deutschland sieht die Situation noch verhältnismäßig sicher aus, doch wie lange noch? Das Leben geht weiter und viele Menschen fragen sich, wie sie für eine ungewisse Zukunft finanziell vorsorgen können. Einen Königsweg für die finanzielle Vorsorge in der Krise gibt es sicher nicht, einige Grundregeln für die finanzielle Vorsorge während einer Finanzkrise finden Sie auf den folgenden Seiten zusammengefasst:

 

Auch in guten Zeiten stellt die Aufgabe, für sich selbst und seine Familie zu sorgen, viele Menschen vor große Herausforderungen. In Krisenzeiten steigt der Druck, denn es geht nicht nur um Geld – die Situation ist schwer kalkulierbar, die Unsicherheit macht nervös. Was vor einigen Jahren noch sicher erschien, könnte nun plötzlich gefährdet sein. Wie man sich (unabhängig von der finanziellen Situation) in Krisenzeiten versorgen kann, zeigen die nächsten Seiten: