Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Grexit

Das vom Citigroup-Ökonomen Ebrahim Rahbari geprägte Kofferwort Grexit setzt sich aus Greek und Exit (Englisch für Griechisch und Ausstieg) zusammen. Es steht für das Szenario eines Ausscheidens Griechenlands aus der Eurozone. Seit einigen Jahren geistert dieses Schreckgespenst durch die Medien. Und noch immer ist die Krise im Mittelmeerland nicht überstanden. Dafür sorgt auch die Flüchtlingskrise, in der Griechenland als Aufnahmeland eine wichtige Rolle spielt. Von der griechischen Regierung wurde die bereits als Drohung missbraucht, um die strikten EU-Sparauflagen irgendwie zu umgehen.

Immer wieder werden neue Hilfsprogramme für und mit Griechenland verhandelt. Die griechische Regierung steht dabei vor einem großen Problem: Er muss Reformen im Land umsetzen, um die Bedingungen zu erfüllen, die an die EU-Kredite geknüpft sind. Doch sein Volk geht auf die Barrikaden und will die Einschnitte nicht hinnehmen, beispielsweise die geplanten Rentenkürzungen um 15 Prozent, die den Gläubigern aber noch nicht weit genug gehen.

Griechenland in der Klemme

Inzwischen glaubt der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht mehr daran, dass Griechenland das mittelfristige Überschussziel erreichen wird. Doch nur so könne man die Staatsverschuldung in den Griff bekommen. Andernfalls droht erneut der Grexit. Aus Herkules- sind Sisyphusaufgaben geworden, die zum Scheitern verurteilt sind.

Doch die Reformen sind Bedingung für weitere Hilfsgelder und diese im griechischen Parlament durchzubringen ein weiteres Problem. Hier hat die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras nur eine hauchdünne Mehrheit und die Gefahr von Abweichlern ist groß. Keine guten Voraussetzungen für ein baldiges Ende des Schreckgespenstes Grexit.

Stand Juli 2015 müsste Deutschland Verluste in Höhe von 91 Milliarden Euro hinnehmen, wenn Griechenland seine Schulden gar nicht begleichen könnte. Volkswirte sind sich zwar einige, dass dieser Fall nicht eintreten wird, aber eine Garantie gibt es nicht.