Wirtschaftliche Depression am Ende einer Wirtschafts- und Schuldenkrise

Wirtschaftliche Depression ist von der psychischen Depression abzugrenzen. Die letztgenannte Depression ist eine psychische Erkrankung und bedarf intensiver ärztlicher Betreuung durch entsprechend ausgebildete Therapeuten. Wirtschaftliche Depression ist eine länger andauernde Wirtschaftssituation am Ende einer Abwärtsbewegung der Wirtschaft.

Depression
Krise in der Zeitung
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Finanzen, Geld, Wirtschaft und Krise

Diese Begriffe waren in der letzten Zeit die beherrschenden Themen der Wirtschaftsteile der Nachrichten und der sonstigen Medien. Die Wirtschaft ist ein lebendiges Wesen mit unterschiedlichen Zyklen, die mit dem Begriff: Konjunktur erfasst werden. Zunächst gibt es den gewünschten Zustand des Wachstums: Die Nachfrage nach Gütern wächst allmählich an, die Produktion steigt langsam an, die Einkommen und die Preise steigen in einem gesunden Maße. Mit der Zeit wird die Nachfrage immer größer, so dass die Produktion der benötigten Güter nicht so schnell steigt, wie die Nachfrage. Nach dem Gesetz von Nachfrage und Preis, treibt die steigende Nachfrage die Preise immer schneller in die Höhe. In dieser Phase spricht man von einer Überhitzung der Wirtschaft bzw. von der Inflation.

Am Anfang des letzten Jahrhunderts explodierten die Preise in einem solchen Maß, dass sich die damalige Regierung nicht mehr anders zu helfen wusste, als ständig neues Geld zu drucken. Für dringend benötigte Lebensmittel mussten Millionenbeträge hingelegt werden, die nächsten Tag schon nicht mehr ausreichten, um Brot zu kaufen. Um solche Entwicklungen möglichst nicht mehr auftreten zu lassen, haben die Notenbanken einige Instrumente in die Hand bekommen, um gegensteuern zu können: z.B. Zinspolitik und Mindestreservesätze.

Was ist eine wirtschaftliche Depression?

Durch Erhöhung der Zinssätze, die zunächst nur die Refinanzierung der Banken bei den Zentralbanken betrifft, wird eine Art Kettenreaktionen ausgelöst. Die Banken vergeben Neukredite nur noch gegen höhere Zinsen und erhöhen die Zinsen bei allen Krediten, die mit variablen Sollzinsen ausgestattet sind. Nachfrager nach Krediten prüfen stärker ihr Budget, ob sie sich weitere Kreditaufnahmen leisten können und verschieben somit als nicht notwendig angesehene Investitionen auf spätere Zeiten. Durch Erhöhung der Mindestreservesätze wird den Banken ebenfalls Liquidität entzogen, was wiederum eine Zinserhöhung zu Folge hat und damit die Nachfrage nach Krediten einschränkt. Dies wiederum führt zu einer sinkenden Nachfrage (Abschwung oder Rezession genannt). An deren Ende steht dann die Depression. In dieser Phase werden dann wegen dringend benötigter Liquidität Vermögensgegenstände erheblich unter Wert verkauft – verschleudert wäre der bessere Ausdruck.
In einer solchen Situation müssen die Regierungen und Notenbanken mit Zinssenkungen und Senkungen der Mindestreservesätze dafür sorgen, dass wieder mehr Liquidität in den Markt fließt und die Nachfrage wieder in Gang kommt. Aktuell sieht es so aus, als sei die Wirtschaftskrise überwunden. Eine Depression scheint derzeit nicht zu drohen.

Depression in den 20-er Jahren des letzten Jahrhunderts

Staatsanleihen
Erhöhung der Zinssätze
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Die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts zeigten genau die zuvor beschriebenen Merkmale auf. Jahrelange Produktionssteigerungen trafen plötzlich auf einen gesättigten Markt, Die Produkte konnten nicht mehr verkauft werden. Firmen gingen massenhaft bankrott und mussten ihre Arbeitskräfte entlassen. Dies war der Auslöser dafür, den Zentralbanken und den Regierungen gewisse Regelungs- und Eingriffsmöglichkeiten zu geben.

 

 

 


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