Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Das Finanzsystem als Schneeballsystem

Betrachtet man die derzeitige Situation in Europa und der Welt, könnte man zu dem Schluss kommen, dass der Untergang bevorsteht. Das Finanzsystem scheint sich in sich selbst überreizt zu haben und allen Menschen, Firmen und Staaten, welche nur zu gerne bereit waren, zu glauben, dass sich Geld aus sich selbst heraus vermehren kann, das Ende des sinnlosen Spiels zu versprechen.

Wie funktioniert Geld?

Geld ist eigentlich ein Tauschmittel. Es fungiert, um eine erbrachte Leistung gegen eine ebenso erbrachte Leistung einzutauschen und damit gegen eine nach Möglichkeit nicht verderbliche Ware zu tauschen. Geld bedeutet: Ware gegen Leistung, Leistung gegen Ware (mehr dazu).

Das Finanzsystem und der Schneeball

Ein Schneeballsystem besteht darin, dass immer mehr Menschen immer mehr Geld darauf wetten, dass andere Menschen an diesem Spiel teilnehmen werden und andere Menschen nicht, deren Existenz dazu dient, den Teilnehmern zu mehr Wohlstand ohne eigene Leistung zu verhelfen. Ein solches Spiel muss zwangsläufig auf dem Rücken derer ausgetragen werden, welche daran nicht teilhaben. Es kann also nicht funktionieren, wenn alle Beteiligten mitspielen würden, denn es muss ja zumindest ein paar Menschen geben, welche die unangenehmen Arbeiten übernehmen, während der Rest auf deren Funktionalität wettet. Auch ein sogenannter Börsianer beansprucht ärztliche Leistungen zu vergünstigten Konditionen in einer privilegierten Atmosphäre, obwohl er sein Geld einzig damit verdient, den im Krankenhaus Bediensteten ein schlechteres Leben zu verschaffen, da er eine Motoryacht in der Karibik unterhalten will.

Schneeballsysteme sind in Casinos und auch ansonsten öffentlich verboten. Der Bankensektor wurde hiervon leider in den letzten Jahren sogar ausdrücklich ausgenommen, was sich nun rächt. Im Grunde bestand das System exemplarisch in Spanien oder den USA darin, dass man sich ein Haus kauft, dieses aber nicht bezahlen kann. Man kann ja aber, ohne zu arbeiten, im Haus bleiben und darauf warten, dass ein Anderer das Haus teurer erwirbt. Mit dem gewonnenen Geld kauft man dann das nächste Haus. Die Banken vergaben hierfür Kredite, um das Spiel weitergehen zu lassen wie die Kugel im Roulette.

Die Konsequenzen der Krise

Die Staaten, Gesellschaften und Privatpersonen, etwa in den USA, dem Mutterland der Finanzkrise, sind hoffnungslos überschuldet. Eine Gegenwart der Erwartung hat sich breitgemacht. „Jemand wird meine Versäumnisse ausgleichen.“ Dies gilt für unendlich telefonierende Jugendliche wie für Staaten aus Südeuropa. Die Erwartung wird sich indes nicht erfüllen, da es keine Gesellschaft mehr gibt, welche diese Ansprüche bezahlen möchte oder kann.

Die Finanzkrise wird Staaten dazu zwingen, zu alten Werten zurückzukehren: Dem Zusammenhalt in der Familie etwa für einen Angehörigen, den man nicht einfach dem Sozialsystem übergeben möchte, damit andere Menschen für seinen Unterhalt aufkommen sollen. Vor allem, wenn es kein Sozialsystem mehr gibt, da es überlastet ist.

Die Finanzkrise und das Geld

Ob das gemeinsame Geld Europas, eine Konstruktion, welche einzig dem Geldwechsel und damit den Banken dienlich war, überdauern kann, bleibt abzusehen. Die Finanzkrise dürfte und sollte zumindest dazu führen, Staaten und damit Gemeinwesen wieder in ihre eigene Verantwortung zu entlassen, anstatt sich am Gängelband offenkundig unwissender Volkswirtschaftler vorführen zu lassen. Arbeitslosenzahlen unter jungen Menschen wie in Spanien oder Portugal sind für ein zivilisiertes Europa nicht hinnehmbar. Ein Schneeballsystem können wir uns schlicht nicht mehr leisten.

Hintergründe zur Finanzkrise

Wie kam es zu unserer aktuellen Finanzkrise? Wie funktioniert Geld und welche Auswirkungen haben Zinsen? Können wir aus der Geschichte lernen? Auf den folgenden Seiten werden die Hintergründe der Finanzkrise und die ihr zugrunde liegenden Mechanismen aufgeschlüsselt und näher beleuchtet: