Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Die Krise in den Ölstaaten / Ölförderländern

Für die Verbraucher sind niedrige Ölpreise immer ein Grund zur Freude, vor allem an der Tankstelle. Am Ende könnte es uns dennoch teuer zu stehen kommen, denn immer mehr Ölförderländer geraten deswegen in Schieflage. So hat beispielsweise Aserbaidschan den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfsgelder gebeten. 95 Prozent der Exporte stammen hier von Erdöl und -gas.

Im Emirat Katar führte der Preissturz 2015 zum ersten Haushaltsminus seit 15 Jahren. Auch Saudi-Arabien schrieb rote Zahlen. Dort kann man in solchen Krisenzeiten jedoch auf Finanzpolstern zurückgreifen, doch das ist längst nicht überall so.

In Aserbaidschan kam es zu einer massiven Abwertung der Währung Manat und damit zu enormen Preissteigerungen. Das treibt die Bevölkerung auf die Straße. Venezuela ist ein weiteres Beispiel für die Krise der Ölstaaten. Das Problem hier: Der ehemalige Präsident des Landes, Hugo Chávez, hatte seinerzeit die Verbindung zur IWF gekappt. Der IWF jedoch schätzt die Inflation in dem lateinamerikanischen Staat auf mehr als 700 Prozent für das Jahr 2016 ein. Helfen kann er aber nicht.

Auswirkungen auf der ganzen Welt

Mit Ecuador ist ein weiteres Land dieser Region betroffen. Es hat quasi keine Einnahmen mehr durch den Ölexport. Eine Abwertung der Währung zur Stabilisierung der Wirtschaft ist hier nicht möglich, weil in Ecuador der US-Dollar amtliches Zahlungsmittel ist. Brasilien ist ebenfalls vom Preisverfall des Öls betroffen.

Schulden aufnehmen muss wohl auch Russland, denn die Reserven können das durch sinkende Exporte entstehende Haushaltsdefizit nur für anderthalb Jahre decken. Zu guter Letzt trifft es auch die Banken, die den Ölfirmen in guten Zeiten viel Geld geliehen haben und nun Rückstellungen für faule Kredite bilden müssen.