Finanzkrise – Hintergründe, Fakten und Ratschläge

Schuldenschnitt und Schuldenerlass (Haircut)

In den letzten Jahren, vor allem durch die Griechenland-Krise, wurde immer wieder das Wort „Schuldenschnitt“ bemüht. Doch was ist das überhaupt? Hierbei handelt es sich um einen teilweisen Erlass von Schulden, der auch Haircut genannt wird. Griechenland profitierte Anfang 2012 von dieser Maßnahme, mit der die Gläubiger den Schuldner soweit entlasten wollen, dass er durch die finanzielle Verbesserung die restlichen Schulden abbezahlen kann. Leider ist das häufig nicht der Fall, weil die betroffene Staaten die dafür notwendigen strukturellen Veränderungen nicht konsequent durchsetzen. Eine weitere Kehrseite: Ein Schuldenschnitt verschlechtert die Kreditwürdigkeit.

Mitte 2015 beliefen sich die Schulden Griechenlands gegenüber ausländischen Gläubigern auf 320 Milliarden Euro, was 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht. Die Länder der Eurozone hatten sich jedoch im Maastrichter Vertrag auf maximal 60 Prozent geeinigt. Weil die griechischen Schulden viel zu hoch sind, um jemals abbezahlt werden zu können, wird vom Internationale Währungsfonds (IWF) ein erneuter Schuldenerlass in Höhe von 53 Milliarden Euro gefordert.

Umschuldung statt Schuldenschnitt

Statt eines nominalen Schuldenschnittes gibt es auch die Möglichkeit, die Fälligkeit der Kredite zu verlängern oder aber die Zinszahlungen herab- bzw. Auszusetzen. Politisch wäre eine solche Umschuldung weniger brisant. Griechenland zahlt seine Schulden zwar mit neuen Krediten zurück, die aber günstiger sind. Doch um die Abwärtsspirale zu stoppen, sind umfassende Reformen notwendig und eine Schuldenquote von 120 Prozent anzustreben.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble jedenfalls sieht die Weiterführung des IWF-Hilfsprogramms für Griechenland skeptisch. Ein weiterer Schuldenerlass komme für ihn derzeit nicht infrage, ließ Schäuble auf der Frühjahrestagung des IWF 2016 in Washington verlauten. Zumal der Mittelmeerstaat wegen Tilgungs- und Zinspausen finanziell derzeit ohnehin entlastet sei. Vielmehr müsse dort intensiver an nachhaltigen Reformen gearbeitet werden. Der IWF hingegen zweifelt an der Umsetzbarkeit der haushaltspolitischen Vorgaben für Griechenland und will zurückrudern.

Hintergründe zur Finanzkrise

Wie kam es zu unserer aktuellen Finanzkrise? Wie funktioniert Geld und welche Auswirkungen haben Zinsen? Können wir aus der Geschichte lernen? Auf den folgenden Seiten werden die Hintergründe der Finanzkrise und die ihr zugrunde liegenden Mechanismen aufgeschlüsselt und näher beleuchtet: