Historische Entwicklungen und überwundene Finanzkrisen

Finanzkrisen sind gar nicht so ein modernes Thema. Die erste dokumentierte Finanzkrise wurde 1630 durch die Tulpe ausgelöst. Durch die plötzliche enorme Nachfrage, stieg der Preis für die Tulpenzwiebel in ungeahnte Höhen.
die erste Finanzkrise wurde durch die Tulpe ausgeloest
tbel - Fotolia.com

Dadurch entwickelte sich in Holland ein Spekulationsmarkt für Tulpen. Der Preis befand sich bald in unvorstellbaren Höhen, bis zu 10.000 Gulden. Damals das Mehrfache eines durchschnittlichen Jahreseinkommens.

Für Deutschland ist die Finanzkrise auch kein Fremdwort mehr. Allein im letzten Jahrhundert mussten wir zwei große Krisen meistern, die jeweils mit sozialen Katastrophen verbunden waren.


Nach dem ersten Weltkrieg kam 1923 die Inflation und nach dem zweiten Weltkrieg der Währungszusammenbruch 1948. In beiden Fällen konnte die Währung die Kaufkraft nicht bewahren.

Bei der Inflation 1923 konnte der Staat das Problem ganz „elegant“ lösen. Es wurde einfach eine neue Währung eingeführt, die „Rentenmark“. Die alte Währung wurde 1 Billion:1 in die neue Währung umgerechnet. Auf diese Art und Weise hatte der Staat auch sein eigenes finanzielles Problem, nämlich die Rückzahlung, der aus dem Krieg entstandenen Schulden, ganz einfach gelöst. Diese utopische Summe wurde ganz schnell sehr klein und durchaus zu tilgen.

Genauso, wie der Staat, waren auch alle Schuldner die Gewinner dieser Währungsumstellung. Alle anderen, die ihr Vermögen dem Staat freiwillig oder als Zwangsanleihe geliehen hatten oder Sparguthaben oder Lebensversicherungen hatten, waren die Leidtragenden aus diesem politischen Vorhaben. Ihr Vermögen schrumpfte quasi auf null.Das Kleinbürgertum in der Weimarer Republik hatte sozusagen verloren, was sich stark auf die Stimmung niederschlug und die Leute anfällig machte für die kurz darauf folgenden faschistischen Ideologien

Während des anschließenden Nationalsozialismus wurde der sich erneut anbahnende Staatsbankrott erstmal gekonnt verschleiert. Die Inflation konnte nicht an die Oberfläche kommen, da Gewerkschaften zerschlagen wurden und der Wirtschaft ein Lohn- und Preisstop aufgezwungen wurde. Bekannt wurde die Inflation erst nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Plötzlich standen alle vor einer Währung die längst nichts mehr wert war. Die Konsequenz war die Währungsreform 1948, in der die alte Reichsmark in die D-Mark, zumindest in den drei westlichen Besatzungszonen, umgetauscht wurde. Wieder waren die Schuldner im Vorteil und auch der Staat konnte sich zum zweiten Mal durch Bankrott aus seinen Schulden befreien.

Aktuell ist Deutschland zu Beginn des Jahres 2009 im dritten Quartal in Folge mit einem Negativwachstum konfrontiert. Allgemein ist der Konjunkturausblick wenig erfreulich und regt zum Handeln an. Auch wenn das Ausmaß der Krise noch unklar sind, klar ist, dass die bekannten Auswirkungen auf uns zukommen werden: Abbau von Arbeitsplätzen, Abnahme freier Stellen, der Wirtschaftskraft und des Steueraufkommens. Da aber auch die Prognosen für wichtige Wirtschaftspartner in den USA, Asien und dem restlichen Europa sehr schlecht stehen, besteht die Notwenigkeit von nationalen Ankurbelungsmaßnahmen durch die Politik, um die eigene Wirtschaft wieder voranzutreiben. Desweiteren muss dringend ein international abgestimmter Pakt der Krise gegensteuern.


  die erste Finanzkrise Zinseszins-System Staatsfinanzen  
  Anleihen, Aktien, Fonds Deflation Währungsreform 1948