Themen-Spot:
Geldanlage während und nach der Krise
Diese Finanzkrise wird wahrscheinlich viele Nichtlinearitäten haben, daher kann man schwer von Deflation oder Hyperinflation sprechen.
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| Beispiele für die exponentielle Entwicklung des Zinseszins | Über die (In-) Stabilität unseres Geld- und Wirtschaftssystems aus Sicht eines Technikers |
Die Ökologie unseres Planeten
"aus Geld ohne Zinsen und Inflation" - von Margrit Kennedy
Wenn wir unser Wirtschaftswachstum an der Zunahme des Bruttosozialproduktes messen, dann vergessen wir gewöhnlich, dass sich diese Zunahme jedes Jahr auf einen größeren Betrag bezieht. So ist ein 2,5%iges Wachstum heute tatsächlich viermal soviel, wie in den 50'er Jahren. Es ist leicht verständlich, warum Industrielle und Gewerkschaften regelmäßig wiederkehrend Maßnahmen fordern, die das Wirtschaftswachstum weiter anheizen: In Phasen sinkender Wachstumsraten wird die Diskrepanz zwischen Einkommen aus Kapital und Einkommen aus Arbeit verschärft, bzw. die Umverteilung von Einkommen aus Arbeit zum Kapital hin wird fühlbarer. Und das bedeutet
sowohl wachsende soziale Probleme als auch wirtschaftliche und politische Spannungen. Andererseits erschöpfen sich die natürlichen Ressourcen durch kontinuierliches Wirtschaftswachstum. Daher haben wir im gegenwärtigen Geldsystem nur die Wahl zwischen ökologischem und ökonomischem Zusammenbruch. Zusätzlich wird die Konzentration von Geld in den Händen von immer weniger Menschen und großen multinationalen Konzernen zu einem anhaltenden Bedarf an Großinvestitionen führen, wie z.B. dem Bau von Atomkraftwerken, überdimensionalen Staudämmen (wie in Brasilien) und Waffen für Kriegsgebiete.
Nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten war das jahrelange politisch widersprüchliche Verhalten der USA und der europäischen Staaten, die auf der einen Seite immer größere und bessere Waffen gegen Russland installierten und auf der anderen Seite den Export von Butter, Weizen und technologischem Wissen nach Russland gestatteten, wirtschaftlich durchaus sinnvoll.
Der militärische Sektor war ein Bereich, in dem sich die Sättigungsgrenze unbegrenzt hinausschieben ließ, solange der "Feind in gleichem Maße fähig war, schnellere und größere Waffen zu entwickeln. Zudem bezifferten sich Profite im militärischen Sektor weit höher als in irgendeinem Bereich der zivilen Wirtschaft.
Die Einsicht, dass ein Weltkrieg heute von niemandem mehr gewonnen werden kann, scheint sich nun langsam in Ost und West durchzusetzen. Ob die freiwerdenden Mittel ökologisch sinnvoll eingesetzt werden, ist die nächste Überlebensfrage. Das Vordrängen der Banken und multinationalen Konzerne in die Ostblockländer seit der umwälzenden Entwicklung im Herbst und Winter 1989/90 scheint eher darauf hinzuweisen, dass hier eine Chance gesehen wird, durch weitere wirtschaftliche Expansion die fundamentale Lösung der sozialen und ökologischen Probleme im Westen noch einmal aufschieben zu können.
Solange sich jede Investition mit den Zinserträgen auf dem Geldmarkt messen lassen muß, die meisten ökologischen Investitionen, die auf dauerhafte Systeme ausgerichtet sind, nur schwer im gebotenen größeren Maßstab zu verwirklichen sein. Heutzutage einen Kredit für ökologische Investitionen aufzunehmen, bedeutet gewöhnlich wirtschaftlichen Verlust. Würde der Zins entfallen, könnten sich ökologische Investitionen oft selbst tragen - und das wäre für viele Menschen durchaus akzeptabel – obwohl der Unterschied zu Gewinnen in anderen Anlagen (z.B. in der Waffenproduktion) bestehen bliebe.