Demografischer Wandel und Finanzmärkte

Die Begriffe Demografischer Wandel und Finanzmarkt nennt man als Normalbürger doch recht selten in Kombination. Zu tun haben sie miteinader jedoch eine ganze Menge.
Beim Demografischen Wandel hat man sofort die Überschreitung der Sterberate gegenüber der Geburtenrate im Kopf. Das Volk stirbt langsam aus. Es werden immer weniger Kinder geboren. Politiker versuchen in Gemeinden durch ihre Kommunalpolitik familienfreundlich zu handeln, um diesen Prozess, soweit dies noch möglich ist, aufzuhalten bzw. zu verzögern. Das festgelegte gesetzliche Rentenalter ist auch aufgrund diesen Wandels erhöht worden. Der Arbeitnehmer muss länger arbeiten, obwohl erwiesen ist, dass Menschen in höherem Alter nicht mehr so belastbar sind, wie junge Kollegen.

Demografie - Geburten- und Sterberate
Es werden immer weniger Kinder geboren. milos - Fotolia.com
Die Personalpolitik muss daher möglichst langfristig handeln. Auf der einen Seite müssen derzeit, aufgrund der Finanzkrise,  Stellen gekürzt und Mitarbeiter gekündigt werden. In wenigen Jahren oder Jahrzehnten kann die Situation schon wieder umgekehrt aussehen – neue Mitarbeiter müssen akquiriert werden. Natürlich nur die besten Köpfe, nur stellt sich dann die Frage, woher man diese nehmen könnte, wenn man bedenkt, dass in Deutschland nur 22% der 25-34jährigen einen akademischen Abschluss besitzen.

Bildung ist gefragt, doch wird diese in Deutschland nicht ausreichend gefördert. Selbst Deutschlands Migranten gehören nicht zu den besten Köpfen, diese nämlich wandern in andere Länder ab.

Die gesamte Problematik des demografischen Wandels auf den Arbeitsmarkt wirkt sich letztendlich auch auf die Staatsfinanzen aus. Ein wenig verschuldeter Staat kann eine solche Bürde viel eher tragen, als Deutschland, das ohnehin stark verschuldet ist. In einer 1998 veröffentlichten Studie wurde bereits darauf hingewiesen, dass die demografischen Probleme zu einer Staatsverschuldung von über 200% des Bruttosozialprodukts bis zum Jahr 2030 führen könnten. Damit würde sich die Neuverschuldung um 16% erhöhen. Durch Anstieg des Zinssatzes würden massive Probleme auf den Bund zukommen – allein ein Prozentpunkt würde eine zusätzliche Zinslast von fast 8 Mrd. Euro pro Jahr bedeuten.
Politisch lässt sich das Problem nicht so leicht lösen, denn es gibt für die Regierung kaum noch Spielraum, um die Steuern und Abgaben noch weiter zu erhöhen.
Trotz Finanzkrise, in der wir bereits stecken, sollte politisch dort angegriffen werden, wo es notwendig ist, in der Familienpolitik. Erschreckende Statistiken, wie z. B., dass jede fünfte nach 1965 geborene Frau kinderlos blieb, gelten als eine der Hauptursachen für den demografischen Wandel.

 

 


  stagnierender Wachstum Zinseszins-System Bruttosozialprodukt  
  Währungskrise Deflation Lohn- und Preisstop