Einkommenssicherung und Vorsorge in der Finanzkrise – Berufliche Alternativen

Finanzkrisen gab und gibt es auch in Deutschland immer wieder. Erinnert sei z.B. an den Börsencrash 1987, oder das Platzen der Internetblase Anfang 2000, deren Wirkung durch die Anschläge am 11. September 2001 noch verstärkt wurde, die Immobilienkrise in den USA, die sich ab Sommer 2008 ebenfalls massiv an den Weltbörsen auswirkte (und deren Auswirkungen wir bis heute spüren), oder auch zuletzt der eher kleine Börsenrücksetzer durch die Unruhen in Palästina in 2012.

Diversifizierung
Eine wichtige und auch effiziente Anlagestrategie, mit der man der dadurch ausgelösten erheblichen Kapitalvernichtung begegnen kann, besteht ganz grundsätzlich in der sogenannten Diversifizierung. Das bedeutet, bei seiner Geldanlage nicht alles "auf eine Karte" zu setzen, sondern sein Vermögen in völlig unterschiedliche Anlageformen aufzuteilen. Wenn man dies tut, hat man den großen Vorteil, stets jenen Teil seines Vermögens verkaufen zu können, der gerade relativ hoch im Kurs steht; die anderen Anlagen, die gerade von der Krise betroffen sind, kann man einfach stehen lassen und auf bessere Zeiten hoffen.

Produktionsmittel
Nun ist aber nicht jeder Mensch in der vortrefflichen Lage, sich darüber Gedanken machen zu müssen, wie er sein Vermögen optimal diversifiziert in Aktien, Rentenwerte, Fonds, ETFs, Zertifikate, Gold & Co. anlegt. Die deutliche Mehrzahl der Menschen hat nur ihre Arbeitskraft zu verkaufen, und gerade sie sind betroffen von einer Finanzkrise, z.B. durch eine sprunghafte Inflation oder eine nachhaltige Rezession. Wohl dem, der in solchen Zeiten sogenannte Produktionsmittel besitzt. Das kann z.B. ein LKW sein, mit dem er seine Transportdienste anbieten kann, oder eine Bäckerei, oder ein Kartoffelacker. Der Leser versteht schon, worauf der Gedanke abzielt: In der Krise kann es passieren, dass man seinen als so sicher wahrgenommenen Job verliert, weil auch die große Firma, in der man arbeitet, in Konkurs geht. Da dies dann vielen Firmen so geht, steigt die Arbeitslosigkeit rapide an. Was bleibt, ist sozusagen eine selbständige Tätigkeit. Als Beispiel sei verwiesen auf den Zusammenbruch der Sowjetunion in den 90er Jahren. Dort waren es die großen Staatsbetriebe, die plötzlich verschwanden und millionen Werktätige auf die Straße entließen. In der Folge trieben Ärzte, Wissenschaftler und Ingenieure, hohe Beamte plötzlich Handel mit alten Fernsehern oder Wassermelonen.

Plan B
Es ist nur eine kleine Facette des Gesamtbildes, aber es zeigt deutlich, dass jeder Mensch ziemlich plötzlich in eine ausweglose finanzielle Situation stürzen kann – besonders in Krisenzeiten. Aber jeder Mensch kann sich auch rechtzeitig mental vorbereiten mit der Frage, was kann ich eigentlich eigenständig als funktionierendes Unternehmen auf die Beine stellen? Einen solchen "Plan B" sollte jeder für sich mit seinen Fähigkeiten und Talenten in der Schublade haben, denn die großen Systeme wie unsere Staatsverwaltung oder auch das Internet, von dem heute schon so ziemlich alles abhängt, können urplötzlich zusammenbrechen. Wenn kein Handy mehr funktioniert, aber jemand kann noch Telefone mit Wählscheiben bauen, dann ist ein neuer Milliardär geboren. Alternativ zu Produktionsmitteln ist natürlich auch Wissen eine wichtige Währung – frühzeitige Weiterbildung, vielleicht auch in eine nicht ganz vorhersehbare Richtung, kann im Krisenfall neue Türen öffnen. Dies kann in Absprache mit dem Arbeitgeber oder auch privat nach Feierabend passieren.

Frühzeitig planen
Solche Alternativen sollten schon dann bedacht werden, wenn die Arbeitsstelle noch sicher und die nächste Gehaltserhöhung in greifbarer Nähe scheint. Dabei muss man sich nicht nur auf sich selbst verlassen – Freunde und Familie können zu verlässlichen Partnern werden, wenn es hart auf hart kommt. Vielleicht kann man ja gemeinsam ein Stück Land pachten und schon einmal mit der Bienenzucht und dem Gemüseanbau beginnen. Was jetzt noch ein entspannendes Hobby ist, kann in Krisenzeiten zur Notwendigkeit werden. mehr

 

 


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