Vorsorge in der Krise - Sicherung des Vermögens im Ausland

Allheilmittel Schweiz?
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Die Finanzkrise in Europa und in allen Industriestaaten der Erde ist noch längst nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt: Die nicht mehr fassbare Verschuldung der Staaten und die Unfähigkeit der Politik, diese Verschuldung zumindest zu begrenzen, machen es immer wahrscheinlicher, dass ganze Währungen in einer Inflation untergehen oder schlicht zusammenbrechen werden.

Durch seine Fehlkonstruktion und etliche Mitgliedsstaaten mit einem beinahe verbrecherischen Gebaren auf Kosten der anderen Länder ist es wahrscheinlich, dass der Euro das erste und größte Opfer dieser Krise sein wird. Für die Menschen im Euroraum bedeutet dies, Vorsorge zu treffen und das eigene Einkommen nicht nur auf der heimischen Bank zu belassen.

Zufluchtsort Schweiz
Neben wertbeständigen Anlagen verfallen viele Menschen auf den Gedanken, das eigene Einkommen zur Sicherung schlicht nicht mehr in Euro ausbezahlen zu lassen. Die hohe Stabilität des Frankens, die räumliche Nähe sowie das sprichwörtlich solide Finanzgebaren machen die Schweiz zu einer ersten Adresse, wenn darüber nachgedacht wird, sein Geld im Ausland zu retten.

Wer darf sein Geld in der Schweiz anlegen?
Prinzipiell ist es jedem Menschen möglich, Geld in der Schweiz anzulegen. Es dürfte auch kein Problem sein, bei seinem Arbeitgeber eine Schweizer Bank als Bankadresse anzugeben, so dass das Einkommen dorthin überwiesen wird und entsprechend in Franken zur Verfügung steht. Allerdings wird das Einkommen zunächst in Deutschland bezahlt und daher erst nachträglich in Franken umgetauscht. Ein schlechtes Wechselverhältnis wird also Teile der Vorsorge obsolet machen, was allerdings im Angesicht einer möglichen Hyperinflation noch immer rentabel sein dürfte.

Wie reagiert die Schweiz auf Schwankungen im Euroraum?
Die Schweizer Notenbank hat bereits angekündigt, ab einer gewissen Höchstgrenze des Franken in Bezug auf den Euro stabilisierend einschreiten zu wollen, um eine vollkommene Überbewertung der eigenen Währung zu verhindern. Inwieweit dies einem relativ kleinen Land gelingen kann, muss sich zeigen, falls es so weit kommt; fest steht jedoch, dass die Schweiz versuchen wird, zu verhindern, dass ganz Europa zur Sicherung der Privatvermögen und Einkommen versucht, in die Schweiz zu fliehen.

Legale Anlagen im Ausland
Wer sein Geld "heimlich" zur Vorsorge in die Schweiz bringen möchte, muss einige Dinge beachten: Es ist erlaubt, Beträge von bis zu € 10.000,- in die Schweiz zu bringen und dort auch auf ein Sparbuch einzubezahlen. Bei darüber hinaus reichenden Summen kann es zu Schwierigkeiten kommen, da die Schweiz mittlerweile verschiedene Maßnahmen gegen Steuerflucht aus dem Ausland ergriffen hat. Wer allerdings nachweisen kann, dass er das Geld in seiner Heimat bereits versteuert hat, kann es selbstverständlich in der Schweiz lagern, muss allerdings dort Steuern auf die Zinserträge bezahlen.

Alternativen zum Schweizer Franken
Es gibt auch andere Währungen im Ausland, welche attraktiv sein können, um sein Einkommen vor den Auswirkungen der Finanzkrise so weit als möglich zu schützen. Großbritannien etwa weigert sich, Mitglied des Euro zu werden und könnte die Krise besser meistern als der Euroraum. Auch die USA werden, obwohl sie die gegenwärtige Krise ursächlich verschuldet haben, vermutlich besser aus ihr herauskommen als Europa, da der Dollar noch immer die weltweite Leitwährung ist und es den USA noch immer gelungen ist, die schlimmsten Auswirkungen des eigenen Fehlverhaltens auf das Ausland abzuwälzen. Ob man zur Sicherung seines Geldes womöglich in die chinesische Währung investieren sollte, sei dahingestellt, - zu undurchsichtig sind die finanzpolitischen Zusammenhänge innerhalb der neuen Weltmacht mit den riesigen Währungsreserven.

Wer Vorsorge vor den sich abzeichnenden schweren Turbulenzen in Zusammenhang mit der Finanzkrise treffen möchte, ist sicher gut beraten, Teile seines Vermögens im Ausland anzulegen. Die Schweiz ist hierbei mit Sicherheit ein guter Ort auch für Bezieher nicht sehr hoher Einkommen.

 

 


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