Bargeldverbot und Kapitalkontrollen

In Zeiten der europäischen Finanzkrise fragen sich immer mehr Bürger: Ist der Euro die Abhängigkeit vom Wirtschaften anderer Länder der europäischen Gemeinschaft wert oder wären wir ohne ihn nicht besser dran?

Kritiker sehen den unbedingten Erhalt des Euros inzwischen als alleinigen Grund für die Europäische Union. Die hat es bei der Einführung der gemeinsamen Währung versäumt, die Euroländer zu konsolidieren und erntet nun die Früchte für dieses Fehlverhalten. Stattdessen wird nun versucht, die Schulden einzelner Staaten auf alle Länder der EU zu verteilen, und den Privatbanken bleibt aufgrund politischer Vorgaben keine andere Wahl, als diese Schulden als Bankreserven zu halten.

Die EU-Lenker sind noch immer der Meinung, mit immer weiter sinkenden Zinsen die Nachfrage nach Geld ankurbeln zu können und so einen Weg aus der Misere zu finden. Wer aber investiert, wenn es sich finanziell gar nicht lohnt? Stattdessen reduzieren vor allem ältere EU-Bürger ihre Ausgaben, denn ihre Bankguthaben sind nicht mehr viel wert. Der hochgepriesene Gesellschaftsvertrag gerät immer weiter in Schieflage und mit ihm das Konzept der Pensionen und Renten.

Droht die Abschaffung des Bargelds?

Die Folgen könnten sich sogar noch verschlimmern: Wenn das Vertrauen in die europäische Geldpolitik weiter sinkt, werden weniger Unternehmen gegründet und die Zahl der freien Stellen auf dem Arbeitsmarkt nimmt ab. Das wiederum verringert die Steuereinnahmen und damit die Liquidität der Staaten. Die Weltwirtschaft leidet und mit ihr das Konsumverhalten der Bevölkerung. Vielmehr werden Vermögenswerte verkauft und die Gefahr steigt, dass der Staat nur mit der Abschaffung des Bargeldes eine Lösung sieht, um die Schattenwirtschaft zu beenden und die Steuereinnahmen wieder zu erhöhen.

Erste Schritte in diese Richtung gibt es bereits in Zypern, wo die Bevölkerung maximal 420 Euro pro Woche und Staatsdiener sowie Pensionäre sogar nur 150 Euro Bargeld wöchentlich abheben dürfen. Der Rest des Geldes wird über die besser kontrollierbaren Debit- und Kreditkarten in Umlauf gebracht. Die Banken gewinnen doppelt: Sie verlangen Gebühren für Karten-Transaktionen und können länger mit dem Geld der Bürger wirtschaften.

Es steht zu befürchten, dass wir vor einer massiven Deflation stehen und nicht vor einer Hyperinflation. Denn ein Bargeldverbot würde den Dollar beflügeln, denn es ist nicht davon auszugehen, dass diese Maßnahmen in allen Regionen der Welt zur Anwendung kommen. Immer mehr Kritiker warnen vor einer totalen Kapitalverkehrskontrolle, bei der Staaten alle Käufe und Verkäufe ihrer Bürger zunächst genehmigen wollen. Um das zu verhindern, müsste in Brüssel jedoch ein Umdenken einsetzen, von dem momentan noch nichts zu sehen ist.

 

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